Feb
Warum haben Menschen mit einer Nierenerkrankung Hohenblutdruck?
Answer:
Wenn Bluthochdruck und Nierenerkrankungen sich gegenseitig hochschaukeln
14.05.07.
Nierenerkrankungen ziehen häufig Bluthochdruck nach sich, und umgekehrt schadet Bluthochdruck langfristig der Niere und führt zu Niereninsuffizienz. Allein 20 Prozent aller Hochdruckpatienten versterben an Nierenerkrankungen. Nierenschäden sind somit die dritthäufigste Todesursache bei Menschen mit Bluthochdruck.
Nierenerkrankungen und Bluthochdruck bedingen sich gegenseitig und verstärken sich oft. Routinemäßige Blutdruckmessungen sind daher aktiver Nierenschutz. Für Nierenpatienten ist die Senkung des Hochdrucks eine wichtige Maßnahme, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern.
Man mag sich wundern, dass die Niere auch den Blutdruck regelt. Sie ist aber nicht nur Entgiftungsorgan und Produktionsstätte von Hormonen, sie regelt auch die „Pegelstände“ des Körpers für Salze, für Wasser und für die Höhe des Blutdrucks. Fast alle Erkrankungen der Nieren sind von erhöhtem Blutdruck begleitet. Grund hierfür können eine beeinträchtigte Fähig-keit der Nieren zur Steuerung des Flüssigkeitshaushaltes sein, der sich in einer verminderten Urinausscheidung äußert.
Der Zusammenhang zwischen Blutdruck und Harnausscheidung ist nachgewiesen, und so wirken bestimmte Bluthochdruckmedikamente (Diuretika) allein durch ihre entwässernde Eigenschaft mittelbar blutdrucksenkend. Gefäßveränderungen in den Nieren sind daher oft die Ursache für Bluthochdruck. Solche Gefäßveränderung in den Nieren können jedoch auch die Folge von Bluthochdruck sein.
Von großer Bedeutung für das Fortschreiten des Funktionsverlustes der Niere ist das Ausmaß der Proteinurie (Eiweißverlust über Urin), aber auch die Dimension des Hochdrucks, unter dem eine Vielzahl der Nierenkranken leiden. Eine effektive Blutdrucksenkung ist daher eine entscheidende Vorraussetzung für die Verlangsamung des Krankheitsprozesses und kann das dialysefreie Leben verlängern.
Liegt bereits eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz vor, sollte die Blutdrucksenkung mindestens auf Optimalwert (130/80 mmHg) erfolgen. Die neuesten Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga schlagen sogar Werte unter 125/75 mmHg vor.
In vielen Studien wurde nachgewiesen, dass die Hemmer des Renin-Angiotensin-Systems (in erster Linie ACE-Hemmer, aber auch Angiotensin-Rezeptorblocker) einen spezifischen, über die Blutdrucksenkung hinausge-henden schützenden Effekt auf die Nierenfunktion ausüben. Sie gelten daher als Basistherapie und sollten in schwierigen Situationen auch hochdo-siert bzw. kombiniert eingesetzt werden.
Die Behandlung der Hypertonie ist nicht einfach und wird fatalerweise noch immer häufig bei niereninsuffizienten Patienten vernachlässigt. Die Überweisung zum Spezialisten erfolgt oft zu spät und häufig wird die Verschreibung von wirksamen, jedoch auch teureren Medikamenten umgangen – möglicherweise aus „Budgetgründen“.
Die Gesellschaft für Nephrologie möchte die Hausärzte, aber auch die Bevölkerung für diese folgenreiche Wechselwirkung zwischen Hochdruck und Niere sensibilisieren: Bluthochdruckpatienten sind potentielle Nierenpatienten und bilden eine Risikogruppe für Nierenversagen. Nierenpatienten sind (fast immer) Hochdruckpatienten – wobei die Folge Hochdruck die Ursache Nierenleiden wiederum verstärkt. Für eine Verlangsamung des Krankheits-prozesses ist es daher unerlässlich, den Hochdruck in Griff zu bekommen.
Quelle: www.nierengesellschaft.de
Answer:
Ist es denn gesagt, dass Menschen mit Bluthochdruck Nierenschaden haben?
Ich kenne es so:
Es kann zu Nierenschäden kommen durch
- Zuckerkrankheit
- Bluthochdruck.
Wäre also anders rum.
Answer:
Ganz einach:
In der Niere wird immer der Blutdruck gemessen, ist er zu gering, so schüttet die Niere das Enzym Renin aus, welches über diverse Zwischenschritte (RAAS (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) dazu führt, daß sich alle Gefäße des Körpers verengen.
Da das Blut jetzt "weniger Platz hat", steigt der Blutdruck.
Und was hat das jetzt mit Deiner Frage zu tun?
Ach ganz einfach:
Wenn die Niere krank ist schüttet sie fast immer Renin aus, auch wenn der Körper es gar nicht bräuchte.
Eine weitere Möglichkeit, daß es zu Bluthochdruck bei Nierenkrankheiten kommen könnte wäre ein Tumor in der Niere, der das Hormon Epopoetin (Bekannt als Epo aus der Tour de France) ausschüttet.
Denn auch dieses Hormon stammt aus der Niere und lässt vermehrt rote Blutkörperchen bilden.
Da man dann "mehr Blut in den Adern hat" käme es so auch zum Hochdruck. Das ist aber eher selten, während die Geschichte mit dem Renin quasi immer zu finden ist.
Mal wieder nicht 100% richtig, aber dafür (hoffentlich) gut zu verstehen. (Ist aber auch nicht falsch, aber jeder Mediziner, der das liest muss wahrscheinlich ob der Ungenauigkeiten und der Vereinfachung brechen…)
Ach, ja:
Bluthochdruck und Zucker kann natürlich auch die Niere schädigen, dies meist über eine Stenose der Nierenarterie oder der Glomerulusschlingen, das war aber nicht die Frage!