Metformin ist ein Basismedikament für Diabetes. Bei richtiger Einnahme ist es hochwirksam, bei falscher Anwendung kann es erhebliche gastrointestinale Nebenwirkungen verursachen.

Letzte Woche kam ein Patient in meine Sprechstunde. Schon beim Eintreten wirkte er überheblich, als ob er niemanden ernst nehmen würde. Er war etwa 60 Jahre alt und wurde von seinen Kindern begleitet. Weil ich relativ jung aussehe, fragte er gleich, ob es einen erfahrenen alten Arzt der Traditionellen Chinesischen Medizin gäbe, um seinen Blutzucker zu regulieren. Offensichtlich traute er mir aufgrund meines Alters wenig Erfahrung zu. Aus Respekt fragte ich trotzdem: "Onkel, was für Beschwerden haben Sie? Lassen Sie mich das mal ansehen." Er antwortete: "Nichts Besonderes, nur etwas Durchfall. Ich habe nichts Verdorbenes gegessen und mich auch nicht erkältet. Ich habe Diabetes, und sobald ich mittags Metformin einnehme, bekomme ich am Nachmittag Durchfall. Wenn ich es weglasse, geht es mir besser. Vor kurzem wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen." Dann zog er seinen Entlassungsbericht aus der Tasche und zeigte ihn mir. Er war in einem Krankenhaus der Maximalversorgung in Jinan behandelt worden. Ich sah mir die Medikationsanweisungen am Ende an. Die meisten waren in Ordnung, aber es gab ein Problem: Dem Patienten wurde Metformin mit verlängerter Wirkstofffreisetzung verschrieben, mit der Dosierung je eine Tablette morgens, mittags und abends. Ich fragte den Patienten: "Wie nehmen Sie das Metformin ein?" Er antwortete: "Das sehen Sie doch, dreimal täglich je eine Tablette, wie vom Arzt verordnet. Das kann nicht falsch sein." Ich sagte: "Sie nehmen es falsch ein. Auch die Anwendung im Krankenhaus war nicht angemessen." Der alte Mann riss sofort die Augen weit auf und erhob seine Stimme: "Das kann nicht sein! Der Arzt, der mich behandelt hat, war ein Professor an einem Krankenhaus der Maximalversorgung. Das kann doch nicht falsch sein!" Er blieb stur bei seiner Meinung, dass die Einnahme richtig sei.

Ich sagte: "Bitte bleiben Sie ruhig und hören Sie mir zu: Metformin gibt es in drei Darreichungsformen – Retardtabletten, normale Tabletten und magensaftresistente Tabletten. Sie nehmen die Retardtabletten. 'Retard' bedeutet, dass die Halbwertszeit lang ist, etwa 8 bis 12 Stunden, und der Wirkstoff langsam freigesetzt wird. Daher reicht es aus, Metformin-Retardtabletten nur morgens und abends einzunehmen. Die mittägliche Tablette ist überflüssig und belastet nur Ihren Magen-Darm-Trakt. Wenn Sie normale Metformin-Tabletten einnehmen würden, müssten Sie sie tatsächlich morgens, mittags und abends nehmen, da ihre Halbwertszeit kurz ist, etwa 4 Stunden."

Überlegen Sie mal, ob das nicht sinnvoll ist?

Der alte Mann saß eine Weile da und dachte nach, murmelte immer wieder: "Das kann nicht sein, es war doch ein Spezialist." Ich sagte: "Onkel, wenn Sie die mittägliche Metformin-Retardtablette weglassen, wird der Durchfall deutlich besser, und Ihr Blutzucker wird nicht ansteigen." Er ging etwas skeptisch. Heute kam er wieder alleine in meine Sprechstunde. Diesmal war er überhaupt nicht mehr arrogant, sondern voller Reue. Er setzte sich vor mich und sagte: "Dr. Wu, mein Verhalten beim letzten Mal war unangemessen. Ich dachte immer, dass man einen älteren, erfahrenen Arzt aufsuchen sollte. Als ich Sie das erste Mal sah und Sie so jung wirkten, dachte ich, Sie hätten keine Erfahrung. Nachdem ich Ihren Rat befolgt und die mittägliche Metformin-Retardtablette weggelassen habe, hatte ich keinen Durchfall mehr, und mein Blutzucker ist gut. Vielen Dank für Ihre Korrektur. Ohne Sie hätte ich nie erfahren, dass meine Medikamenteneinnahme so unangemessen war. Sogar Krankenhäuser der Maximalversorgung sind nicht immer zuverlässig."

Liebe Diabetes-Patienten, die diesen Artikel lesen, haben Sie die Geschichte verstanden? Sicher gibt es auch unter Ihnen einige, die Metformin falsch einnehmen. Bitte korrigieren Sie das schnell.