Das Hauptmerkmal von Diabetes lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Wer dies versteht, kann seinen Blutzucker ausgezeichnet kontrollieren.
Zunächst müssen wir klären, was Diabetes für eine Erkrankung ist.
Es handelt sich um eine chronische Krankheit, deren größtes Merkmal sich im Wort „chronisch“ widerspiegelt.
Sie äußert sich hauptsächlich durch einen schleichenden Beginn, verdeckte Symptome und einen langwierigen Krankheitsverlauf.
Viele Patienten entdecken zufällig bei einer Untersuchung, dass ihr Blutzucker etwas abnormal ist. Im Alltag beeinträchtigt es weder Essen noch Trinken, und es treten keine Beschwerden auf. Zudem zeigen viele Menschen in frühen Stadien nicht die in Lehrbüchern beschriebenen Symptome wie vermehrten Durst, gesteigerten Appetit, häufiges Wasserlassen oder Gewichtsverlust. Daher wird die Erkrankung leicht übersehen, und Abweichungen können nicht rechtzeitig erkannt werden.
Viele Menschen betrachten sich erst dann als krank, wenn sie tatsächlich Schmerzen, Taubheitsgefühle oder andere wahrnehmbare Beschwerden verspüren. Im Frühstadium von Diabetes treten jedoch meist keine Symptome auf. Selbst wenn ein erhöhter Blutzucker festgestellt wird, wird dies oft nicht ausreichend ernst genommen, und es kommt zu Komplikationen, wodurch der gesamte Krankheitsverlauf sehr lang wird.
Zusammenfassend ist Diabetes eine Erkrankung, die von uns Betroffenen langfristig überwacht und kontrolliert werden muss. Sie ist nicht wie eine Erkältung oder Durchfall, die mit etwas Medikamenten schnell abklingen. Auch die Medikamenteneinnahme bei Diabetes folgt bestimmten Prinzipien: Beginn mit niedrigen Dosen und schrittweise Steigerung. Ein Arzt kann nicht von Anfang an die volle Dosis verschreiben, da er nicht ständig beim Patienten sein kann. Was wäre, wenn eine Unterzuckerung auftritt?
Während des Krankenhausaufenthalts wird der Patient vom Arzt betreut, täglich erfolgen Visiten und Medikamentenanpassungen. Nach der Entlassung kann der Arzt jedoch nicht mehr wie im Krankenhaus täglich den Blutzucker überwachen und die Medikation anpassen. Zudem ändert sich nach der Entlassung unsere Ernährung erheblich, und die Medikamente können nicht rechtzeitig angepasst werden, was zu starken Blutzuckerschwankungen führt.
Ein weiteres wichtiges Problem ist, dass das Behandlungssystem für Diabetes sowohl die stationäre Behandlung als auch die ambulante Betreuung umfasst. Derzeit erhalten die meisten Patienten jedoch nur eine stationäre Behandlung. Nach der Entlassung nehmen nur wenige eine strukturierte ambulante Betreuung in Anspruch. In der Folge wissen viele nicht, wie sie sich im Alltag ausgewogen ernähren oder ihren Blutzucker richtig kontrollieren können. Dies führt dazu, dass sie aufgrund von Blutzuckerproblemen immer wieder ins Krankenhaus müssen, was erhebliche Belastungen für ihr Leben und ihre Familie mit sich bringt.
Als Dr. Wu noch mit seinem Lehrer zusammenarbeitete, wollte er ebenfalls eine ambulante Betreuung anbieten. Aufgrund der Arbeitsbedingungen im System war dies jedoch nicht möglich, da weder die Zeit noch die Ressourcen vorhanden waren. Täglich mussten Patientenakten bearbeitet und verwaltet werden, und eine Person war für mehr als zehn Patienten verantwortlich. Der Tag war hektisch wie ein Kreisel, und es gab auch Bereitschaftsdienste. Auch die behandelnden Ärzte im Krankenhaus sind in einer ähnlichen Situation. Manchmal ist der Arzt so beschäftigt, dass man ihn nicht einmal erreichen kann. Eine durchgängige, individuelle Betreuung ist daher sehr schwierig. Dies sind die Herausforderungen, mit denen Diabetespatienten derzeit konfrontiert sind.
Ambulante Betreuung bedeutet nicht nur, den Blutzucker zu senken, sondern vor allem, den Patienten beizubringen, wie sie ihren Blutzucker langfristig selbst kontrollieren können. Das Ziel ist, dass der Blutzucker dauerhaft im Zielbereich bleibt und sie nicht erneut aufgrund von Blutzuckerproblemen ins Krankenhaus müssen, was erneute Belastungen und Kosten verursacht. Die ambulante Betreuung spielt eine entscheidende Rolle im Leben von Diabetespatienten und stellt eine Weggabelung dar. Patienten, die eine solche Betreuung erhalten, haben eine deutlich verbesserte Lebensqualität, ihre Gesundheit wird bestmöglich geschützt, und sie können ein erfülltes Leben führen. Zumindest belasten sie ihre Familie nicht übermäßig durch Diabetes oder dessen Komplikationen, und auch das Gesundheitssystem wird entlastet. Ich halte dies für eine lohnende Aufgabe, die unseren Diabetespatienten und der Gesellschaft zugutekommt.