Zwei Ernährungsweisen bei Diabetes schädigen die Bauchspeicheldrüse am meisten, vier Methoden zum Schutz der Bauchspeicheldrüse und so testen Sie die Pankreasfunktion
Von dem Moment an, in dem Diabetes diagnostiziert wird, sehen sich Patienten oft mit erheblichen Anpassungen ihres Lebensstils und den Herausforderungen des Selbstmanagements konfrontiert. Diabetes, eine chronische Erkrankung, beeinflusst nicht nur den Alltag der Patienten, sondern verursacht auch irreversible Schäden an der Funktion der Bauchspeicheldrüse. Studien zeigen, dass bei der Diagnose bereits fast die Hälfte der Funktion der Bauchspeicheldrüse verloren sein kann und dieser Schaden jährlich um weitere 5 % fortschreitet. Angesichts dieser Tatsache müssen wir uns bewusst machen, dass der Schutz der Bauchspeicheldrüsenfunktion und die Verlangsamung des Diabetesverlaufs für jeden Betroffenen eine wichtige Aufgabe sind.


Zu fettiges Essen bei Diabetes: Ein Killer für die Bauchspeicheldrüse
In der täglichen Ernährung wird die Fettaufnahme oft übersehen, doch sie ist ein heimlicher Killer für die Funktion der Bauchspeicheldrüse. Eine zu hohe Fettzufuhr, insbesondere durch zu viel Öl beim Kochen, häufigen Verzehr von frittierten Lebensmitteln oder fettem Fleisch, belastet den Körper übermäßig. Diese überschüssigen Fette werden im Körper zu freien Fettsäuren abgebaut, die sich in die Betazellen der Bauchspeicheldrüse einlagern und diese direkt schädigen, was die normale Insulinausschüttung beeinträchtigt.
Noch schwerwiegender ist, dass eine fettreiche Ernährung oft mit einem Energieüberschuss einhergeht, der zu Übergewicht führen kann. Übergewicht ist wiederum einer der Hauptauslöser für Diabetes. Es belastet nicht nur die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, sondern verstärkt auch die Insulinresistenz, indem es die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren beeinträchtigt. Daher ist es für Menschen mit Diabetes der erste Schritt zum Schutz der Bauchspeicheldrüsenfunktion, die Fettaufnahme zu kontrollieren und auf fettarme, proteinreiche Lebensmittel wie Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und mageres Fleisch zu setzen.

Zu flüssige Nahrung bei Diabetes: Erhöhte Belastung für die Bauchspeicheldrüse
Neben Fett sind auch flüssige Nahrungsmittel wie Reisbrei eine gefährliche Zuckerfalle für Menschen mit Diabetes. Bei der Zubereitung von Reis oder Mehl verkleistert die Stärke, wodurch der Brei leicht verdaulich wird und der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr rapide ansteigt, als würde man Zuckerwasser trinken. Dieser schnelle Anstieg gefolgt von einem raschen Abfall des Blutzuckerspiegels führt zu starken Schwankungen, die die Betazellen der Bauchspeicheldrüse häufig reizen und deren Schädigung beschleunigen.
Daher sollten Menschen mit Diabetes Reisbrei möglichst vermeiden und stattdessen auf gesündere Alternativen wie Vollkornreis, Milch, Sojamilch und Gemüsesuppen zurückgreifen. Diese Lebensmittel liefern nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern helfen auch, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und die Bauchspeicheldrüse zu entlasten.

Schutz der Bauchspeicheldrüsenfunktion: Vier wirksame Methoden
Angesichts der fortschreitenden Schädigung der Bauchspeicheldrüsenfunktion sind Menschen mit Diabetes nicht machtlos. Die folgenden vier Ratschläge können Ihnen auf Ihrem Weg zu mehr Gesundheit helfen:
1. Senken Sie den Blutzucker schnell, um die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zu aktivieren: Die Zeit direkt nach der Diagnose ist das goldene Zeitfenster für die Behandlung. Wenn es gelingt, den Blutzuckerspiegel schnell auf normale Werte zu senken, beispielsweise durch intensivierte Insulintherapie oder medikamentöse Behandlung, können geschwächte oder inaktive Betazellen der Bauchspeicheldrüse reaktiviert werden und wieder Insulin produzieren.
2. Halten Sie den Blutzucker langfristig stabil: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel ist Gift für die Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Daher ist es wichtig, den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren und sicherzustellen, dass er sich im normalen Bereich bewegt. Wenn die Blutzuckerwerte über einen Zeitraum von mehr als einer Woche nicht im Zielbereich liegen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um die Behandlung anzupassen.

3. Reduzieren Sie Ihr Gewicht, um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten: Übergewicht ist ein Beschleuniger von Diabetes. Eine Gewichtsreduktion, insbesondere die Verringerung von Bauchfett, kann die Insulinresistenz deutlich verringern und die Betazellen der Bauchspeicheldrüse entlasten. Durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung ist eine gesunde Gewichtsabnahme möglich, die zum Schutz der Bauchspeicheldrüsenfunktion beiträgt.
4. Bewegen Sie sich eine Stunde nach dem Essen: Bewegung ist ein wichtiges Mittel im Diabetesmanagement. Leichte Bewegung wie zügiges Gehen, Joggen oder Schwimmen eine Stunde nach dem Essen kann überschüssigen Zucker im Körper verbrennen und den Blutzuckerspiegel senken, was die Betazellen der Bauchspeicheldrüse entlastet. Gleichzeitig verbessert Bewegung die Insulinempfindlichkeit des Körpers, sodass die Betazellen effizienter arbeiten können.
Wissenswertes: Wie wird die Bauchspeicheldrüsenfunktion gemessen?
Die Messung der Bauchspeicheldrüsenfunktion spielt eine entscheidende Rolle bei der Diagnose, Behandlung und Überwachung von Diabetes. Unter Bauchspeicheldrüsenfunktion versteht man vor allem die Fähigkeit der endokrinen Zellen der Bauchspeicheldrüse (hauptsächlich der Betazellen), Insulin und Glukagon auszuschütten. Diese Hormone sind für die Aufrechterhaltung des Blutzuckergleichgewichts im Körper unerlässlich. Im Folgenden werden die wichtigsten Methoden zur Messung der Bauchspeicheldrüsenfunktion und ihre Details erläutert.
1. Nüchternblutzuckermessung
Die Nüchternblutzuckermessung ist eine der grundlegendsten Methoden zur Beurteilung der Bauchspeicheldrüsenfunktion. Für diese Untersuchung muss der Patient mindestens 8 Stunden nüchtern sein, um sicherzustellen, dass der gemessene Blutzuckerwert die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse zur Regulierung des Blutzuckerspiegels genau widerspiegelt. Bei gesunden Erwachsenen sollte der Nüchternblutzuckerwert zwischen 3,9 und 6,1 mmol/l liegen. Wenn der Nüchternblutzucker wiederholt über diesem Bereich liegt, kann dies auf eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse hinweisen, das heißt, die Betazellen produzieren nicht genug Insulin oder die Insulinwirkung ist beeinträchtigt, was zu einer gestörten Blutzuckerregulation führt.
2. Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)
Der orale Glukosetoleranztest ist ein wichtiges Verfahren zur Beurteilung der Reaktion der Bauchspeicheldrüse auf eine Glukosebelastung. Der Patient trinkt eine Lösung mit 75 g Glukose auf nüchternen Magen. Anschließend wird der Blutzuckerspiegel nach 30 Minuten, 1 Stunde, 2 Stunden und 3 Stunden gemessen. Bei normaler Funktion sinkt der Blutzuckerspiegel innerhalb von 2 bis 3 Stunden wieder auf den Normalwert, während der Insulinspiegel nach 30 bis 60 Minuten seinen Höchstwert erreicht und dann allmählich abfällt. Wenn der Blutzuckerspiegel nach 2 Stunden noch über 7,8 mmol/l liegt, kann dies auf eine beeinträchtigte Bauchspeicheldrüsenfunktion, Insulinresistenz oder unzureichende Insulinausschüttung hindeuten.
3. Insulinfreisetzungstest
Beim Insulinfreisetzungstest erhält der Patient eine Glukosebelastung (z. B. durch Trinken einer Glukoselösung oder Essen einer standardisierten Mahlzeit), um die Betazellen der Bauchspeicheldrüse zur Insulinausschüttung anzuregen. Anschließend wird die Insulin-Konzentration im Blut zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen. Diese Methode gibt Aufschluss über die Reservekapazität und die Sekretionsfunktion der Betazellen. Bei normaler Funktion steigt der Insulinspiegel nach der Glukoseaufnahme schnell an, erreicht nach einer bestimmten Zeit einen Höchstwert und fällt dann allmählich ab. Eine verzögerte Insulinausschüttung oder ein niedrigerer Spitzenwert können auf eine eingeschränkte Bauchspeicheldrüsenfunktion hinweisen.

4. C-Peptid-Bestimmung
C-Peptid ist ein Peptid, das bei der Spaltung von Proinsulin entsteht und zusammen mit Insulin freigesetzt wird. Da C-Peptid nicht vom Leberstoffwechsel oder extern zugeführtem Insulin beeinflusst wird, ist die C-Peptid-Bestimmung ein sensibler Indikator für die Beurteilung der Bauchspeicheldrüsenfunktion. Durch die Messung der C-Peptid-Konzentration im Blut kann der Funktionszustand der Betazellen genauer beurteilt werden. Bei gesunden Menschen ist der C-Peptid-Spiegel nüchtern niedrig, steigt nach Glukoseaufnahme schnell an und erreicht nach einer gewissen Zeit einen Höchstwert. Abnormale C-Peptid-Werte können auf eine beeinträchtigte Bauchspeicheldrüsenfunktion hinweisen.
5. Messung des glykierten Hämoglobins (HbA1c)
Glykiertes Hämoglobin entsteht, wenn sich Hämoglobin in den roten Blutkörperchen mit Glukose im Blut verbindet. Der HbA1c-Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2 bis 3 Monate wider. Dieser Indikator ist wichtig, um die langfristige Blutzuckereinstellung des Patienten zu beurteilen und indirekt Rückschlüsse auf die Bauchspeicheldrüsenfunktion zu ziehen. Durch regelmäßige HbA1c-Messungen kann der Arzt feststellen, ob die Behandlung wirksam ist und ob Anpassungen notwendig sind.
6. Insulinantikörpertest
Der Insulinantikörpertest wird hauptsächlich eingesetzt, um festzustellen, ob autoimmune Erkrankungen wie eine autoimmune Pankreatitis vorliegen. Die autoimmune Pankreatitis ist eine Erkrankung, bei der eine Autoimmunreaktion die Bauchspeicheldrüsenfunktion schädigt. Dabei bildet der Körper Antikörper gegen Insulin, die die Wirkung des Insulins beeinträchtigen. Durch den Nachweis von Insulinantikörpern im Blut kann der Arzt solche Erkrankungen diagnostizieren und eine entsprechende Behandlung einleiten.