Der Arzt sagte, ich hätte nur noch drei Monate zu leben. Soll ich mich weiter behandeln lassen?
Ich möchte zunächst eine Geschichte aus dem letzten Jahr erzählen. Es handelte sich um einen Patienten mit fortgeschrittenem Leberkrebs. Während die Familienangehörigen den Wunsch hatten, dass er bei mir behandelt wird, war der Patient selbst nicht sehr kooperativ. Als ich nach dem Grund fragte, sagte er: "Wo ich herkomme, überlebt niemand, bei dem Leberkrebs diagnostiziert wurde, länger als drei Monate." Er hatte jegliche Hoffnung verloren. Ich riet ihm, meine Behandlungsmethode erst einmal auszuprobieren und nicht vorschnell aufzugeben. Mittlerweile wird der Patient seit drei Jahren von mir behandelt, führt ein ganz normales Leben und sein geistiger Zustand ist durchweg gut. Was lehrt uns das? Dass die Wahrnehmung eines jeden Menschen unterschiedlich ist, und auch die Wahrnehmung verschiedener Ärzte unterschiedlich ist. Die Medizin entwickelt sich täglich weiter. Oft fragen mich Angehörige, wie lange der Patient noch zu leben habe. Ich sage dann, dass diese Frage schwer zu beantworten ist. Ich kann nur gewissenhaft behandeln, denn der technologische Fortschritt geht stetig weiter. Das heutige Wissen steht nicht für die Entwicklungen von morgen. Ich wünsche mir, dass kein Patient die Hoffnung aufgibt.