Überschreitet dieser Farbultraschall-Wert erst einmal 1,3 cm, ist es nicht mehr weit bis zu Leberzirrhose-Komplikationen!
Die Leber-Farbdopplersonographie ist eine Routineuntersuchung für Patienten mit Lebererkrankungen. Als strahlungsfreie bildgebende Untersuchung ermöglicht sie eine direkte Beurteilung der Leberform, der Breite der Pfortader, der Milzgröße sowie der Blutflussverhältnisse. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Pfortaderbreite gelegt werden.
Bei gesunden Erwachsenen beträgt die Pfortaderbreite normalerweise nicht mehr als 1,3 cm. Überschreitet sie diesen Wert, deutet dies auf einen portalen Hypertonus hin, was auf eine ernsthafte Lebererkrankung – die Leberzirrhose – hindeuten kann und das Auftreten von Komplikationen wahrscheinlich macht.
Patienten mit Leberzirrhose entwickeln häufig einen portalen Hypertonus, der wiederum Komplikationen wie Aszites, Milzvergrößerung und Ösophagus- bzw. Magenfundusvarizen verursachen kann.
1. Aszites: Im Zuge einer Leberzirrhose wird der Blutrückfluss behindert, was zu einer Erweiterung der Pfortader und portaler Hypertension führt. Die Gefäßdurchlässigkeit erhöht sich, Flüssigkeit und Nährstoffe treten in die Bauchhöhle über und verursachen Bauchwassersucht. Unbehandelt kann sich ein therapieresistenter Aszites entwickeln, der die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.
2. Milzvergrößerung: Portaler Hypertonus führt zur Eröffnung der Milzvene, wodurch vermehrt Blut in die Milz strömt und eine Stauungsvergrößerung verursacht. Dies begünstigt eine Hypersplenie mit Verminderung von Leukozyten und Thrombozyten.
3. Ösophagus- und Magenfundusvarizen: Bei portaler Hypertension bilden sich Kollateralkreisläufe – häufig im Bereich der Speiseröhre und des Magenfundus – um den Blutrückfluss zum Herz zu gewährleisten. Die vermehrte Blutfülle dehnt die Gefäßwände, die dadurch dünner und brüchig werden. Dies ist eine der gefährlichsten Komplikationen der Leberzirrhose, da bereits leichte Reize zu Rupturen und massiven Blutungen führen können, die einen hämorrhagischen Schock auslösen.
Sollte bei Leberpatienten im Ultraschall eine Pfortaderbreite von über 1,3 cm festgestellt werden, sind daher umgehend weiterführende Untersuchungen einzuleiten, um eine Verschleppung der Erkrankung zu vermeiden.