"Bei Einnahme von Entecavir über 1 Jahr ist diese Untersuchung unbedingt durchzuführen"
Bei Entecavir handelt es sich, wie viele Hepatitis-B-Patienten wissen, um ein antivirales First-Line-Medikament, das in den Leitlinien zur Hepatitis-B-Prävention und -Behandlung empfohlen wird. Patienten, die Entecavir langfristig einnehmen, sollten unbedingt einen hochempfindlichen Virustest (mit einem Nachweisgrenzwert von 10 oder 20 IU/ml) durchführen lassen. Dies gilt insbesondere für Patienten, bei denen konventionelle Tests keine Viren nachweisen können. Hier ist Vorsicht geboten, um eine low-level Virämie nicht zu übersehen. Theoretisch sollte Hepatitis-B-Virus unter Entecavir-Therapie nach über einem Jahr nicht mehr nachweisbar sein. Eine low-level Virämie liegt vor, wenn die Viruslast im Blut nach mehr als einem Jahr antiviraler Behandlung unter 2000 IU/ml liegt, aber durch hochempfindliche Tests dennoch Viren detektiert werden können. Dies deutet darauf hin, dass das Hepatitis-B-Virus weiterhin auf niedrigem Niveau repliziert und die Leberschädigung fortschreitet.
Für Hepatitis-B-Patienten bedeutet das Auftreten einer low-level Virämie ein erhöhtes Risiko der Virusresistenz. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung zu einer Leberzirrhose oder Leberkrebs fortschreitet, steigt erheblich. Daher ist es für Hepatitis-B-Patienten, die langfristig Entecavir einnehmen, essenziell, einen hochempfindlichen Virustest durchführen zu lassen, um das Risiko einer low-level Virämie auszuschließen!