Die Diagnose einer chronischen Prostatitis muss zwei Ebenen erfüllen
Die chronische Prostatitis ist eine bei Männern häufige Erkrankung. Nur mit einer genauen Diagnose kann sie wirksamer behandelt werden. Die Diagnosestellung einer chronischen Prostatitis muss die folgenden zwei Ebenen umfassen:
Erste Ebene: Klassifikationsdiagnose
Streng genommen ist Prostatitis ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen; die Klassifikationsdiagnose der Prostatitis dient auch als Grundlage für eine klinisch standardisierte und genaue Behandlung. Derzeit wird für die Klassifikation der Prostatitis hauptsächlich der Klassifikationsstandard des National Institutes of Health (NIH) der USA angewendet, der in vier Typen unterteilt: Typ I ist die akute bakterielle Prostatitis, Typ II die chronische bakterielle Prostatitis, Typ III die chronische nicht-bakterielle Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom und Typ IV die asymptomatische Prostatitis. Daher bezieht sich die chronische Prostatitis hauptsächlich auf die letzten drei Typen. Durch eine solche Klassifikation kann geklärt werden, welche Prostatitiden behandelt werden müssen, welche nicht behandelt werden müssen, welche Prostatitiden mit Antibiotika behandelt werden sollten und welche ohne Antibiotika behandelt werden können. Die Grundlage der Klassifikationsdiagnose sind vor allem klinische Symptome, die Routineuntersuchung des Prostatasekrets und die bakterielle Kultur des Prostatasekrets.
Zweite Ebene: Integrative Diagnose
Da die chronische Prostatitis zu einer Gruppe von Erkrankungen mit vielfältigen Symptomen gehört, ist eine integrative Analyse zur Diagnosestellung sehr wichtig.
1. Klinische Symptome
Chronische Prostatitis geht häufig mit Symptomen wie Beschwerden beim Wasserlassen, Schmerzen, sexuellen Funktionsstörungen, allgemeinen Unwohlsein und psychischen Symptomen einher; anhand dieser Symptome lässt sich der Krankheitszustand grob einschätzen. Die wichtigste Grundlage für die Diagnose der chronischen Prostatitis sind die Symptome; auch die Bewertung des Behandlungserfolgs beruht hauptsächlich auf dem Ausmaß der Symptomverbesserung.
2. Rektale Untersuchung mit dem Finger
Durch die rektale Untersuchungsmethode kann man Größe und Konsistenz der Prostata sowie Druckschmerzhaftigkeit oder Knotenbildung feststellen; dies ist besonders wichtig für die Abgrenzung von anderen Prostataerkrankungen, etwa benigner Prostatahyperplasie und Prostatakrebs.
3. Untersuchung der Prostatasekrete
Die Untersuchung des Prostatasekrets umfasst hauptsächlich die routinemäßige Untersuchung des Prostatasekrets sowie die bakteriologische Kultur des Prostatasekrets. Wenn bei der routinemäßigen Untersuchung des Prostatasekrets die Leukozyten über 10/HP liegen und die Phospholipidkörperchen vermindert sind, kann an eine chronische Prostatitis gedacht werden. Wenn die Kultur des Prostatasekrets bakterienpositiv ist, kann eine bakterielle Prostatitis diagnostiziert werden.
4. Urinstatus
Die Urinstatusuntersuchung dient hauptsächlich dazu, zu prüfen, ob die Leukozyten erhöht sind, um somit eine Harnwegsinfektion auszuschließen.
5. Farbdoppler-Ultraschalluntersuchung
Durch eine Prostata-Farbultraschalluntersuchung (insbesondere transrektaler Prostata-Farbultraschall) lässt sich die Größe und Struktur der Prostata genau beurteilen, ob entzündliche Veränderungen vorliegen und ob Knötchen, Verkalkungen oder Ähnliches vorhanden sind.
6. Weitere Untersuchungen
Wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen, sind einige weitere Untersuchungen erforderlich, zum Beispiel Uroflowmetrie und urodynamische Untersuchungen (können zur Beurteilung verwendet werden, ob eine Blasenfunktionsstörung oder ein Blasenausgangsverschluss vorliegt), Zystoskopie (ermöglicht die Beurteilung der gesamten Harnröhre und der Blase, ob beispielsweise eine Prostatahyperplasie vorliegt).
Durch die typischen Symptome und die oben genannten Untersuchungen kann nach umfassender Analyse und dem Ausschluss anderer Erkrankungen im Grunde eine klare Diagnose gestellt werden!