Was passiert, wenn ein Mann einen Monat lang Testosteron einnimmt?
Was passiert, wenn ein Mann einen Monat lang Testosteron einnimmt? Es scheint eine sehr fachliche Frage zu sein, ist aber zugleich eine Frage, bei der viele völlig ratlos sind.
Zunächst einmal: Was ist Testosteron? Testosteron ist eigentlich das Testosteron-Hormon, kurz Testosteron; es ist ein Sexualhormon, auch Steroidhormon genannt. Sowohl Männer als auch Frauen haben Testosteron im Körper; bei Männern ist der Testosteronspiegel jedoch viel höher als bei Frauen, weshalb es als „Symbol“ der Männlichkeit gilt.
Testosteron wird hauptsächlich in den männlichen Geschlechtsorganen (Gonaden) synthetisiert und sezerniert; in der Nebennierenrinde erfolgt ebenfalls eine geringe Synthese. Bei unzureichender Testosteronsekretion im männlichen Körper treten verschiedene pathologische Veränderungen auf, wie Erektionsstörungen, Libidoverlust, abnorme Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale und möglicherweise Fertilitätsprobleme. Daher ist bei Unterschreiten eines bestimmten Testosteronspiegels eine Supplementierung mit oralen Testosteronpräparaten erforderlich. Klinisch am häufigsten verwendet wird Testosteronundecanoat. Die Behandlung eines Testosteronmangels mit solchen Präparaten erfordert eine bestimmte Therapiedauer, die sich nach dem Ausmaß des Testosteronabfalls richtet.
Generell gilt: Wird Testosteron nur einen Monat lang eingenommen, können in wenigen Fällen deutliche Verbesserungen der sexuellen Funktion und anderer körperlicher Bereiche auftreten; aus klinischer Erfahrung zeigen sich jedoch in den meisten Fällen nach nur einem Monat Supplementierung keine signifikanten Veränderungen.
Wenn eine wirksame Reaktion eintritt, kann sich dies durch verbesserte Erektionsfunktion, gesteigertes sexuelles Verlangen und die Besserung einer Reihe von Symptomen bei Männern in der Andropause äußern.
Bei Männern mit primärer Hypogonadismus sowie bei Patienten mit schweren Symptomen der Andropause ist in der Regel eine langfristige Anwendung von exogenen Androgenen wie Testosteron zur Substitutionstherapie erforderlich, um die sekundären Geschlechtsmerkmale zu erhalten und deren Ausprägung zu fördern. Daher führt allein einmonatige Testosterontherapie in der Regel nicht zu deutlichen Effekten.
Natürlich muss man hier wieder zur eigentlichen Frage zurückkehren: Wenn bei einem Mann kein Abfall oder Mangel des Testosteronspiegels vorliegt, darf kein exogenes Testosteron supplementiert werden; andernfalls kann dies die körpereigene Testosteronsekretion beeinträchtigen, was den Schaden größer als den Nutzen macht.