Der 43-jährige Lao Chen kommt aus einem ländlichen Gebiet in Anhui. Seine Frau kümmert sich zu Hause um die Kinder; Lao Chen arbeitet das ganze Jahr über auf Baustellen in Wuxi, sodass er seine Frau nur an Neujahr und Feiertagen sehen kann. Vor etwa einem Jahr, aus einer kurzfristigen Einsamkeit heraus und auf Drängen von Arbeitskollegen, hatte er eine einmalige unsaubere sexuelle Begegnung. Zunächst bemerkte er nichts, aber etwa am dritten Tag traten deutliches Pollakisurie- und imperativer Harndrang-Symptomatik auf, die Harnröhrenmündung brannte, und es trat eitriger Ausfluss auf. In einem Krankenhaus in der Nähe der Baustelle untersuchte man den Abstrich des Ausflusses und fand gramnegative Diplokokken; der Arzt teilte Lao Chen mit, dass er Gonorrhö habe, und empfahl eine antibiotische Behandlung. Er nahm wiederholt viele Antibiotika ein, darunter Cephalosporine, Levofloxacin, Azithromycin, Minocyclin usw.; er kann sich selbst nicht mehr erinnern, wie viele Antibiotika es waren, und die Einnahme war unregelmäßig. Anfangs wirkten die Medikamente noch, später ließ die Wirksamkeit nach, aber eine vollständige Heilung trat nie ein; weiterhin bestanden leichte Pollakisurie und imperativer Harndrang, was ihn sehr belastete. Jetzt ist bereits ein Jahr vergangen — kann diese Erkrankung denn nicht geheilt werden?

Tatsächlich ist die Diagnosestellung beim gesamten Krankheitsverlauf und der Medikamentengeschichte von Herrn Chen völlig unproblematisch. Sobald in den Sekreten gramnegative Diplokokken nachgewiesen werden und eine typische Vorgeschichte mit unsauberem Kontakt besteht, kann zweifelsfrei Gonorrhö diagnostiziert werden; ein Symptombeginn am dritten Tag nach dem Kontakt entspricht zudem den Inkubationseigenschaften der Gonorrhö. War also die Medikamentenauswahl fehlerhaft? Die Auswahl von Antibiotika zur Behandlung der Gonorrhö ist grundsätzlich angemessen.

Wie lässt sich dann erklären, dass die Symptome bei Herrn Chen ein Jahr lang nicht abgeheilt sind? Folgende Gründe kommen nach Analyse in Betracht:

1. Erregerfaktoren

Gonorrhö wird durch eine Infektion mit Neisseria gonorrhoeae verursacht, aber oft handelt es sich nicht um eine alleinige Gonokokken-Infektion. Das heißt, neben Gonokokken sind häufig auch andere Erreger beteiligt, wie Mykoplasmen, Chlamydien, Trichomonaden oder verschiedene Viren. Gegen Mykoplasmen, Chlamydien und Trichomonaden sind Antibiotika in der Regel ebenfalls wirksam, gegen einige potenzielle Viren hingegen sind Antibiotika wirkungslos.

2. Probleme mit der sachgerechten Anwendung von Antibiotika

Der Einsatz von Antibiotika zur Behandlung von Gonorrhö ist grundsätzlich unproblematisch, jedoch muss ein geeignetes Antibiotikum gewählt und in ausreichender Dauer und Dosierung angewendet werden. Ein wiederholtes Absetzen und Neustarten der Therapie ist unbedingt zu vermeiden, da hierbei leicht Resistenzen der Erreger entstehen können, was letztlich zur Situation „keine wirksame Option mehr“ führen kann. Dies kann einer der Gründe sein, warum bei älteren Patienten Symptome wie häufiges Wasserlassen und Harndrang nicht verschwinden.

3. Begleiterkrankungen

Für Männer gilt: Wenn langfristig Symptome wie häufiges Wasserlassen und Harndrang bestehen, sollte eine gründliche Untersuchung erfolgen, um eine Prostatitis auszuschließen. Ein einmaliger unsauberer Geschlechtskontakt kann eine bereits bestehende Prostatitis wieder aufflammen lassen.

Daher sind für den alten Chen weitere Untersuchungen notwendig, einschließlich wiederholter Urinkulturen und Routinekulturen des Prostatasekrets, um mögliche Mikrobeninfektionen zu identifizieren. Wenn tatsächlich kein Erreger nachweisbar ist und eine antibiotische Therapie keine guten Ergebnisse bringt, kann eine Behandlung mit chinesischer Kräutermedizin in Erwägung gezogen werden. Bei solchen Patienten verwende ich gern eine Kombination aus Sini-San und Daochi-San in angepasster Formulierung; die Wirkung ist recht gut.

Abschließend sei noch einmal allen männlichen Lesern geraten: Wenn man unterwegs ist, sollte man seine Keuschheit wahren; das kann viele unnötige peinliche Situationen vermeiden!