In der Küche bereitet der 58-jährige Herr Zhang gerade das Abendessen zu. Seit Jahren legt er besonderen Wert auf Gesundheitsvorsorge und schneidet fast zu jeder Mahlzeit mehr als eine halbe Zwiebel zu, die er mit Tomaten und Gurken als Salat mischt oder schnell mit Rindfleisch brät. Er ist fest davon überzeugt, dass Zwiebeln „Alleskönner-Gemüse“ sind – sie sollen Krebs vorbeugen, Blutfette senken und die Blutgefäße schützen. Die Vorteile scheinen endlos, und er glaubt, dass man sie ohne Bedenken in großen Mengen essen kann.

Doch bei der Routineuntersuchung letzten Monat runzelte der Arzt besorgt die Stirn und gab eine unerwartete Warnung: „Zwiebeln sind zwar gesund, aber nicht für jeden, nicht jeden Tag und nicht bedenkenlos in großen Mengen. Vor allem vier Punkte sollten unbedingt beachtet werden!“

Dieser Rat ließ Herrn Zhang zunächst ratlos zurück, und vielleicht stellen sich viele die gleiche Frage: Kann die Zwiebel, die oft als „Königin der Gemüse“ gepriesen wird, wirklich Risiken bergen? Heute wollen wir diese übersehene Gesundheitslücke aufdecken.

Zwiebeln gelten als gesunde Lebensmittel – sind sie wirklich „völlig unbedenklich“?

Dank ihres hohen Gehalts an Ballaststoffen, Vitamin C, Flavonoiden und Schwefelverbindungen sind Zwiebeln längst ein fester Bestandteil von Küchen weltweit. Es gibt unzählige Studien, die die positiven Effekte von Zwiebeln auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit, Blutfett- und Blutzuckerwerte belegen.

Beispielsweise zeigten Daten der Chinesischen Gesellschaft für Ernährung aus dem Jahr 2023, dass bei älteren und mittleren Erwachsenen, die regelmäßig Zwiebeln konsumierten, der LDL-Cholesterinspiegel (das "schlechte" Cholesterin) innerhalb von sechs Monaten durchschnittlich um etwa 17,3 % sank. Darüber hinaus können Inhaltsstoffe wie Quercetin und Prostaglandin A in Zwiebeln tatsächlich die Blutgefäße erweitern und antioxidativ wirken, weshalb sie von einigen Nutzern sogar als wichtiger Bestandteil einer "natürlichen krebsvorbeugenden Ernährung" angesehen werden.

Doch genau unter diesem Eindruck der "Alleskönner"-Eigenschaften warnen Experten zunehmend davor, dass Zwiebeln nicht bedenkenlos in jeder Menge und Kombination verzehrt werden sollten. Ungeeignete Kombinationen, übermäßiger Verzehr oder besondere körperliche Konstitutionen können stattdessen eine Reihe von Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Besonders die folgenden vier Punkte werden oft übersehen, entscheiden jedoch maßgeblich über Nutzen und Nachteile des Zwiebelkonsums.

Bei regelmäßigem Zwiebelkonsum können diese 4 Risiken oder Veränderungen im Körper auftreten

Arzneimittelwechselwirkungen: Vom "Herzschutz" zum "Problemverursacher" Das in Zwiebeln reichlich enthaltene Quercetin ist tatsächlich ein hochwertiges Antioxidans. Eine kürzlich im *Journal of Food and Drug Interactions* veröffentlichte Studie weist jedoch darauf hin, dass hohe Dosen von Quercetin im Körper die Geschwindigkeit der Leber bei der Verstoffwechselung bestimmter Medikamente beeinflussen können.

Beispielsweise kann bei Personen, die blutdrucksenkende, blutzuckersenkende oder gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, die Wirkung dieser Arzneimittel nach dem Verzehr großer Mengen Zwiebeln verstärkt oder abgeschwächt werden. Dies kann zu niedrigem Blutdruck, Blutungsneigung oder sogar schwerer Hypoglykämie führen. Zudem ist die Entgiftungsfähigkeit der Leber bei älteren Erwachsenen ohnehin oft beeinträchtigt, weshalb hier besondere Vorsicht geboten ist.

Roher Verzehr in großen Mengen kann den Magen schädigen – „antibakteriell“ oder „magenschädigend“? Viele glauben fälschlicherweise, dass Zwiebeln „Bakterien abtöten und Helicobacter pylori bekämpfen“ können, und manche Menschen mit Magenproblemen oder wiederkehrenden Darmbeschwerden betrachten rohe Zwiebeln sogar als „Magenschutzmittel“.

Eine groß angelegte ambulante Analyse der Abteilung für Gastroenterologie des Ersten Affilierten Krankenhauses der Chongqing Medizinischen Universität zeigt jedoch, dass der langfristige Verzehr roher Zwiebeln zu Schäden der Magenschleimhaut, einem Ungleichgewicht der Darmflora und einem erhöhten Risiko für sauren Reflux, Sodbrennen und sogar wiederkehrende Gastritis führen kann. Die antibakterielle Wirkung von Zwiebeln ist eher „grob“ – sie beseitigt sowohl nützliche als auch schädliche Bakterien und verschlimmert dadurch Magen-Darm-Probleme. Ärzte warnen: So gut Zwiebeln auch sein mögen, sie sind kein Ersatz für Antibiotika.

Individuelle allergische Reaktionen, Kreuzallergien nicht unterschätzen – Zwiebeln sind eigentlich "potenzielle Kandidaten" bei Gemüseallergien. Laut der Statistik über Gemüseallergie-Fälle des Peking Union Medical College Hospital aus dem Jahr 2023 belegen Zwiebeln den siebten Platz. Besonders für Menschen, die bereits auf Pollen, Pappelflusen usw. allergisch reagieren, kann es aufgrund des in Zwiebeln enthaltenen LTP-Abwehrproteins leicht zu Kreuzallergien kommen. Klinische Symptome sind Taubheitsgefühl der Lippen, Kribbeln auf der Zunge, in schweren Fällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Ein Mann ohne bekannte Zwiebelallergie, der jedoch an einer Frühlingspollenallergie leidet, entwickelte nach dem Verzehr einer Portion gebratenen Zwiebel-Rindfleischs bei einem gemeinsamen Essen Schwellungen um den Mund und Atembeschwerden. Ärzte weisen darauf hin, dass Personen mit empfindlicher Konstitution vor dem ersten Verzehr von Zwiebeln zunächst eine kleine Menge probieren sollten. Bei Unwohlsein ist sofort damit aufzuhören.

Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion – endokrine Herausforderungen werden unterschätzt. Eine Ernährungs-Endokrinologie-Kohortenstudie der Tianjin Medical University mit 1.376 älteren und mittelalten Erwachsenen ergab, dass Personen mit höherem Zwiebelkonsum stärkere Schwankungen des TSH-Spiegels (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aufwiesen. Schwefelhaltige Bestandteile in Zwiebeln wie Sulfinate und Diallyldisulfid könnten bei unzureichender Jodzufuhr eine zusätzliche Belastung für die Schilddrüsengesundheit darstellen.

Langfristige Schwankungen der Schilddrüsenfunktion können zu Herzklopfen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und abnormalen Gewichtsveränderungen führen. Insbesondere Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sollten den Zwiebelkonsum im Alltag einschränken und nicht zulassen, dass ein „gesundes Lebensmittel“ den Körper belastet.

Ärzte empfehlen: So essen Sie Zwiebeln richtig – 4 Punkte helfen Ihnen, Risiken zu vermeiden

Personen mit Grunderkrankungen, insbesondere bei langfristiger Medikamenteneinnahme, sollten unbedingt einen Arzt konsultieren, bevor sie ihren täglichen Zwiebelkonsum festlegen. Dies gilt besonders für Personen, die blutdrucksenkende, blutzuckersenkende oder gerinnungshemmende Medikamente einnehmen – hohe Dosen zusammen mit diesen Medikamenten sollten vermieden werden.

Personen mit schwacher Magen-Darm-Funktion, Verdauungsproblemen, ältere Menschen und Kinder sollten rohe Zwiebeln vermeiden. Empfohlen wird der Verzehr nach dem Braten, Kochen oder Dämpfen, da dies den Reiz verringert und die Nährstoffaufnahme fördert. Bei Bedenken hinsichtlich antibakterieller Wirkungen sind reguläre medizinische Interventionen zuverlässiger.

Personen mit einer Vorgeschichte von Pollen- oder Gemüseallergien sollten besonders in den wechselhaften Jahreszeiten von Frühling und Sommer vor dem Verzehr kleine Testmengen zu sich nehmen. Bei Auftreten von Symptomen wie tauben Lippen, juckendem Hals oder Hautausschlag sollte der Verzehr sofort beendet und ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Beim Lagern und Auswählen von Zwiebeln ist unbedingt darauf zu achten, keimende, geschwärzte, weiche oder verfaulte Zwiebeln zu vermeiden. Laut Daten des Lebensmittelinstituts der Chinesischen Agraruniversität kann die Schimmelpilzbelastung auf der Oberfläche von keimenden Zwiebeln das 3,8-fache des Normalwerts erreichen, und Schimmelpilzprodukte können die Leber oder das Verdauungssystem belasten. Man sollte nicht aus Sparsamkeit zu große Vorräte anlegen, gekaufte Zwiebeln möglichst innerhalb einer Woche verbrauchen und sie fern von feuchten, dunklen Umgebungen lagern.