Wie kann Kniegelenksarthrose „ansteckend“ sein?


Bild

Kniegelenksarthrose verursacht häufig Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Sie entsteht durch Abnutzung und Degeneration des Gelenkknorpels, die altersbedingt natürlich auftreten oder durch externe Faktoren wie Überlastung, Verletzungen oder Genetik beschleunigt werden können.

Da die Erkrankung nicht durch Krankheitserreger (wie Bakterien oder Viren) verursacht wird, ist sie per Definition nicht ansteckend. Dennoch hat ein Orthopädie-Experte bei einer Gesundheitsberatung für Patienten behauptet, sie sei „ansteckend“. Warum Dr. Sun Fenglong, leitender Arzt des Zweiten Rehabilitationszentrums für Orthopädie am Pekinger Rehabilitationskrankenhaus der Capital Medical University, dies sagt, klären wir im Folgenden.


Die bildhafte Metapher der „Ansteckung“

Tatsächlich verwendet Dr. Sun den Begriff „Ansteckung“ als metaphorische Veranschaulichung. Denn Kniegelenksarthrose beginnt oft in einem Bein und greift allmählich auf das andere über.

Konkret bedeutet dies: Unsere Beine teilen sich die Last des Körpergewichts. Wenn der Gelenkknorpel eines Beins abgenutzt ist und Schmerzen verursacht, neigen Patienten unbewusst dazu, dieses Bein zu schonen, um die Schmerzen zu vermeiden.

Dadurch muss das andere Bein mehr Last tragen, was den Knorpelverschleiß und Gelenkabbau beschleunigt. Mit der Zeit entwickeln sich auch im ursprünglich weniger betroffenen Bein Schmerzen und Funktionseinschränkungen – als wäre die Arthrose „angesteckt“ worden.

Bild


„Ansteckung“ durch körpereigene Schutzmechanismen

Zwei wichtige Mechanismen sind dafür verantwortlich:

1. Körperliche Schonhaltung: Bei Schädigung eines Kniegelenks verlagert der Körper beim Gehen oder Stehen unbewusst mehr Gewicht auf das gesunde Bein. Diese Überlastung kann zu Gelenk- und Muskelproblemen im gesunden Bein führen.

Bild

2. Fehlsteuerung im Gehirn: Das verletzte Bein beeinflusst nicht nur seine eigene Muskelfunktion, sondern auch die des gesunden Beins via Nervensignale. Das motorische Zentrum im Gehirn hemmt upon receiving signals from the injured leg nicht nur die Aktivität des betroffenen Beins, sondern irrtümlicherweise auch die Motorik des gesunden Beins, was zu verminderter Muskelkraft, eingeschränkter Koordination und geringerer Gelenkflexibilität führt.

Bild


Wie man das „Ansteckungs“-Phänomen vermeidet

Mit diesem Verständnis können folgende vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden:

1. Rechtzeitige Konsultation: Bei Gelenkverletzungen sollte umgehend frühzeitig fachärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine zeitnahe Behandlung verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung und entlastet das gesunde Bein.

2. Gezielte Behandlung und Rehabilitation: Durch regelmäßige Reha-Übungen gemäß ärztlicher Anleitung kann die Stabilität des betroffenen Gelenks verbessert und das Risiko erneuter Verletzungen gesenkt werden. Gleichzeitig stärkt gezieltes Training die Muskulatur und entlastet das gesunde Bein.

Bild


3. Anpassungen im Alltag: Beim Gehen oder Stehen sollte das Gewicht gleichmäßig verteilt werden. Hilfsmittel wie Gehstöcke können zur Entlastung der Gelenke beitragen.

4. Geeignete Bewegung: Gelenkschonende Aktivitäten wie Walking, Schwimmen oder Radfahren stärken die Muskulatur ohne Überlastung. Übermäßige Belastung sollte jedoch vermieden werden.

Bild

5. Gesundes Körpergewicht: Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich und beschleunigt den Knorpelabbau. Eine normgerechte Gewichtskontrolle ist daher essenziell.